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Foto: als ich noch ein Fröschlein war

als ich noch ein Fröschlein war

Als ich noch ein Fröschlein war,
damals, im vorigen Sein.
Ach, wie war das wunderbar,
mein Leben am Bach hinterm Stein.


Zwei Beinchen, zwei Ärmchen
smaragdgrün die Haut.
So flog ich durchs Wasser,
ohne Hast, ohne Laut.


Die Fische im Rücken,
die Sonne im Blick,
hatte keine Termine.
Hey, was für ein Glück.


Wie schön warn diese Sommertage,
einfach himmlisch, selten trüb.
Dann stellte ich mir einst die Frage,
gibts da Einen, der mich liebt?


Des Abends in der Binsenklause,
bekam ich dann den ersten Kuss.
Im Mondschein gings zu zweit nach Hause.
Noch lange warn wir wach am Fluss.


Das Glück hielt an den ganzen Sommer,
denn auch mein Froschprinz war verknallt.
Eng umschlungen, kam der Winter,
Wir beide wurden blass und kalt.

Anne Schedler